Glockenspiel

Eine(r): Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Die Nacht wird nicht ewig dauern. Es wird nicht finster bleiben. Die Tage, von denen wir sagen, sie gefallen uns nicht, werden nicht die letzten Tage sein. Wir schauen durch sie hindurch vorwärts auf ein Licht, zu dem wir jetzt schon gehören und das uns nicht loslassen wird. Das ist unser Bekenntnis. – Eine(r): Psalm 22 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Unsere Väter und Mütter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Aber du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! Amen. Eine(r): Lesung aus dem Evangelium Karfreitag Markusevangelium 15,20-41 (Jesu Kreuzigung und Tod) Kurzgefasst: 33 Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? [Psalm 22,1] […] 37 Aber Je- sus schrie laut und verschied. […] 39 Der Hauptmann aber, der dabei- stand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahr- lich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! Gedanke zum Text: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver- lassen?“ Jesus ruft die Worte des 22. Psalms. So rufen Menschen in Stunden der Gottesfinsternis. Und was antwortet Gott? Zunächst nichts. Der Himmel schweigt. Und auch diese Erfahrung aller Zeiten, aller Orte, spiegelt Psalm 22: „Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.“ (Vers 3) – Warum muss Jesus so einsam sterben, mit dieser verzwei- felten Frage auf den Lippen? Weil, so würde der Autor des Markuse- vangeliums antworten, Jesus starb, wie so viele Menschen vor ihm: von Gott scheinbar verlassen. So sterben Kinder Gottes bis auf den heutigen Tag. Es schreit zum Himmel. – Und Jesus schreit mit: zum Himmel! Zu Gott. Auch in der Zeit der Gottesfinsternis schreit Jesus weiterhin zu Gott. Nichts lässt ihn Gottes Gegenwart spüren, und doch vertraut er darauf, dass Gott da ist, um seine Klage zu hören. – Ostersonntag Markusevangelium 16,1-8 (Die Botschaft von Jesu Auferstehung) Kurzgefasst: 5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Ge- wand an, und sie entsetzten sich. 6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hin- legten. Gedanke zum Text: Als Jesus starb, bedeckte Finsternis die Erde. Doch nun, am Ostermorgen, geht die Sonne auf. Das Grab ist leer. Der Tod ist nicht das Ende. Gott hat den Tod ein für alle Mal besiegt. „Er ist auferstanden!“, sagt der Bote Gottes. – Und die Jüngerinnen und Jünger sollen, trotz ihrer Angst, die Botschaft der Auferstehung in die Welt tragen: Lasst euch aus dem leeren Grab gesagt sein, dass es kein Todesweg ist. Es ist derWeg zumLeben. Und so schauen auch wir durch Trauer und Angst hindurch auf Gottes Licht, zu dem wir jetzt schon gehören und das auch uns Leben verheißt. Anleitung für einen Kar freitags- und Ostergottesdienst zu Hause. O s t e r n @ H o m e Auch zu Hause können Sie im Kreis Ihrer Familie oder auch allein an Karfreitag und am Ostersonntag Gottesdienst feiern. Und so geht es: Sie können nach demGlockenläuten beginnen oder zu einem anderen Zeitpunkt. Wenn Sie haben, nehmen Sie eine Bibel zur Hand. Dann können Sie die beiden Texte aus dem Markusevangelium für Karfrei- tag und Ostern in voller Länge lesen. Der Ablauf der beiden Kurzgot- tesdienste ist gleich. Nur die Lesungen aus dem Markusevangelium und der Ostergruß unterscheiden sich. Auchwennwir nicht zusammensein können, verbindet uns imGottes- dienst das Abendmahl. Jede und jeder ist eingeladen, dabei ein Stück Brot zu essen und einen Schluck Traubensaft oder Wein zu trinken. Wir wünschen Ihnen gesegnete Ostertage. Gott befohlen!

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