Glockenspiel

Seite 7 Glockenspiel: Kindergottesdienst Da meine Frau als ausgebildete Kindergärt- nerin lange Jahre im Kindergarten arbeitete und zwischenzeitlich als Betreuungskraft in der Rüdesheimer Grundschule beschäftigt war, war ihr der Umgang auch mit einer Vielzahl von Kindern nicht fremd. Dennoch stellte sie dieser Dienst vor ganz andere An- forderungen, als dies die schulische Betreu- ung tat. Ich weiß, dass sie sich jede Woche ganz intensiv auf diese Stunde vorbereitet hat, denn sie wollte den Kindern so ver- ständlich wie irgend möglich die biblischen Geschichten und Gottes Wort näher brin- gen. Besonders erzählen will ich von Folgen- dem: Zu Beginn der Stunde saßen alle Kin- der im Sitzkreis versammelt. Es wurden Ker- zen angezündet und jeder konnte entweder ein Teelicht aufstellen oder einen Stein ab- legen. Dabei wurde dann berichtet, worüber man sich in der zurückliegenden Woche be- sonders gefreut (Anzünden des Teelichts) oder was besonders belastete. Häufig er- zählte mir meine Frau später, wie wichtig gerade dieser Kreis für die Kinder doch war, da sie zur Ruhe kamen, einfach drauflos re- deten und angehört wurden nach einer hek- tischen Woche. Ja, sie genossen diese KiGo- Stunde und freuten sich schon auf das nächste Mal. Auch bei den besonderen Aktionen, etwa Krippenspiele an Weihnachten, Auftritte im Gottesdienst an Ostern oder an Erntedank, oder zuletzt beim Adventsfenster waren die Kinder mit ganzem Herzen und riesiger Freude bei der Sache. Vor allem im Spät- herbst und in der Vorweihnachtszeit mach- ten viele Kinder mit, denn viele wollten doch unbedingt beim Krippenspiel mitwir- ken und am liebsten noch eine „gute Rolle“ ergattern. In Spitzenzeiten haben ungefähr 25 Kinder mitgemacht. Ganz viele Kinder besuchten den KiGo so- lange, bis sie zum Katechumenen-Unterricht angemeldet wurden. So auch der jetzige ak- tuelle Jahrgang, den meine Frau nun betreu- te. Der Abschied von der KiGo-Zeit sowie das Ende der Ära Inge Poppitz kurz vor Be- ginn der Sommerferien fiel beiden Seiten doch ganz schön schwer. An dieser Stelle möchte ich, wie ich es schon im Sonntagsschulbericht Teil 1 getan habe, auch im Namen des Presbyteriums meiner Frau Inge ganz herzlich danken für ihren treuen Dienst, den sie so viele Jahre und mit so viel Herzblut für ihre geliebten Kinder getan hat. Ich weiß, wie viel Zeit an Vorbereitung sie in über 20 Jahren Woche für Woche investiert hat, aber wie viel Freude ihr die Kinder hier- für zurückgegeben haben. Auch Sandra Domann, die in den vergange- nen Jahren an der Seite meiner Frau mitge- wirkt hat, gilt ein herzliches Dankeschön. Wie bedauerlich und jammerschade, ja für mich sogar bedrückend, ist es doch, dass in solch einem großen Dorf inzwischen schein- bar so viele kirchenferne Eltern leben, dass es einer Kirchengemeinde und ihrem Pfarrer trotz intensiver Werbung in Kindergarten und Schule nicht einmal gelingt, eine Hand- voll Kinder für die Weiterführung zu gewin- nen und, darüber hinaus, eine jüngere Mit- arbeiterin für die Nachfolge meiner Frau zu finden. Trotzdem glaube ich persönlich ganz fest, dass keines der Kinder (auch wenn sie jetzt keinen KiGo besuchen können) vor Gott ver- loren ist, denn sie sind alle seine Geschenke. Und vielleicht gibt es ja eines Tages die eine oder den anderen, die/der sich an die tolle KiGo-Zeit erinnert und einen Neuanfang wagt. Wie sagt man so schön: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Klaus Poppitz Foto links: Gerade in der Adventszeit war der KiGo ein sehr beliebtes Angebot.

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