MUSTANG


Gemeindefest in Weinsheim begründet Partnerschaft mit buddhistischem Kloster in Mustang / Nepal


„Die Welt zu Gast in Weinsheim“, - das abgewandelte Motto der WM war Thema des Gemeindefestes am 1. und 2.7.06 in Weinsheim. Doch dass tatsächlich ein so weiter Bogen bis zum Himalaja gespannt werden konnte, das war die große Überraschung dieses Festes.
bereits am Eröffnungsabend in der Kirchgasse wurde sichtbar, dass das WM –Motto durchaus auch ein gutes Thema für die christliche Gemeinde abgibt: Die im Zusammentreffen mit fremden Gästen nötige Gastfreundschaft ist gut biblisch und in der christlichen Tradition fest verankert.

So waren zu diesem Fest alle ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen persönlich eingeladen worden. Menschen aus Polen und Brasilien waren da, später gesellten sich noch Italiener, Amerikaner und Menschen aus Russland und Rwanda hinzu. Ein großes Plakat hieß sie alle in verschiedenen Sprachen willkommen.

Die Gäste wurden begrüßt und stellten sich in ihrer Sprache kurz vor.
Mit Liedern aus aller Welt und in verschiedenen Sprachen bekam dieser Abend bereits ein „internationales Flair“. Und natürlich waren viele Sympathien auf Seiten der Brasilianer, als später das WM-Spiele Brasilien Frankreich auf der Großleinwand in der Kirchgasse gezeigt wurde.


Der Sonntag begann mit einem Familiengottesdienst in der Kirche. Dort schmückten die Flaggen aller WM- Nationen den Raum. Da war es kein Wunder, dass dieser Gottesdienst zu einer aufschlussreichen Geographie-Stunde geriet. Pfarrerin Kerstin Mähler-Goubelmann hatte die Aufgabe übernommen mit der Gemeinde die jeweiligen Nationen den Flaggen zuzuordnen: Bei 32 Nationen keine Kleinigkeit…
Und so kam es, dass Pfr. Germann seine Predigt ausfallen lassen musste.
Ihm blieb es lediglich überlassen; das Geheimnis der 33. Flagge zu lüften: Die Flagge mit den zwei roten Wimpelecken kündete an, dass an diesem Tag noch Gäste aus Nepal erwartet wurden!


Und dieser Besuch wurde dann am späten Nachmittag in der Kirchgasse zu einem besonderen Höhepunkt: Durch einen Nepal – Besuch von Dr. V. Fuchs aus Rüdesheim war der Kontakt zu dem buddhistischen Kloster von Lomanthang , der Hauptstadt der Provinz Upper Mustang, hergestellt worden. Nun waren der Abt des Klosters, Lama Pasang, und ein Projekt - Mitarbeiter, Arjun Paudel, zum Gegenbesuch in Rüdesheim angekommen.

Dieser Besuch geschah in der Absicht Partner zu finden für ein Entwick-lungsprogramm, welches das Kloster in Mustang zur Zeit durchführt.
Die Lebensbedingungen in diesem Hochland sind für uns unvorstellbar hart. Der Bevölkerung, über die ein König regiert, fehlt es an allem: Medizinische Versorgung, Bildung, Infrastruktur sind nur ansatzweise vorhanden und selbst die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist immer wieder gefährdet…
Nun ist das Kloster in Lomanthang dabei, ein Sozialprojekt zu starten, um der ärgsten Not zu wehren und eine Entwicklung voranzubringen.


Erst seit 12 Jahren hat sich diese Provinz überhaupt für Besucher geöffnet. Und so konnte der Kontakt hergestellt werden, der nun uns die Möglich-keit eröffnet, mit Menschen aus einem ganz anderen Kulturzusammenhang in Beziehung zu treten, sich auszutauschen, Anteil zu nehmen am Leben der Partner und auf ganz direkte und konkrete Weise die Menschen in diesem abgelegenen Teil der Welt zu unterstützen. Mit diesem Ziel wurde noch am selben Abend bei dem Gemeindefest eine Partnerschaft zwischen der Ev. Kirchengemeinde Weinsheim-Rüdesheim und dem Chhoedhe -Kloster in Lomanthang begründet.

Unter den Augen der Gemeindeglieder wurde die Partnerschaftsurkunde von Lama Pasang und Pfr. Germann unterzeichnet. Lama Pasang gab seiner großen Freude über das Zustandekommen dieser Partnerschaft Ausdruck und dankte allen Anwesenden.
Die Hoffnungen der Partner richten sich auf ein gutes und vertrauensvolles Miteinander, bei dem beide Seiten voneinander lernen und einander fördern.


So hatte das Motto des Gemeindefestes durch die Begründung dieser Partnerschaft eine ganz praktische Gestalt angenommen, in der die Gemeinde ihre Gastbereitschaft unter Beweis stellen konnte.
Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle allen ganz herzlich zu danken, die durch ihr Engagement und ihre Hilfe dazu beigetragen haben, dass auch dieses Gemeindefest so gelingen konnte!
Die Tageszeitung hatte ja bereits etwas voreilig von diesem Ereignis berichtet. Inzwischen aber hat das Presbyterium diese Partnerschaft durch Beschluss bestätigt und damit offiziell in Kraft gesetzt.

Nun wird überlegt, wie diese Partnerschaft mit Leben gefüllt werden kann: Zunächst sollen Informationen über unsere neuen Partner zusammengetragen und in den Gruppen und Kreisen bekannt gemacht werden, so wie es ja bei dem Gemeindefest mit einer Plakatwand bereits begonnen wurde. -


Per Briefwechsel soll der laufende Kontakt gepflegt und die gegenseitige Information vorangetrieben werden. – Die finanzielle Ausstattung erfolgt ab 1.10.06 durch einen Teil der Klingelbeutelkollekte in den Gottesdiensten, aber auch durch besondere Sammlungen und Spenden. Wir gehen zuversichtlich davon aus, dass die Gemeinde bereit ist, diese Partnerschaft auch entsprechend finanziell zu unterstützen. Sogar die Zivilgemeinde Weinsheim hat durch Bürgermeister Hahn bereits die Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert.

Dr. V. Fuchs aus Rüdesheim wird wohl als Curator dieser Partnerschaft fungieren und die Kontakte pflegen: Für Mai 2007 plant er zur Zeit bereits einen Besuch in Mustang und sucht noch Mitreisende, die bereit sind für diese Tour in die reizvolle aber „anstrengende“ Heimat unserer neuen Partner.