Februar

06.02.2012
„Alles ist erlaubt—aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt –aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.“ 1. Kor. 10,23f
„Die do owwe mache doch graad was se wolle!“ - so oder ähnlich beschreibt wohl manch einer von uns sein Gefühl als Bürger oder Bürgerin unseres Landes. Es ist so ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber so manchen Entscheidungen und Verlautbarungen derer, die bei uns offenbar das Sagen haben: Nicht allein dass die EU mit Fördergeldern ein Elton John Konzert in Italien, ein Hunde-Fitnesscenter in Ungarn und einen Golfplatz in England finanziert… Auch solche Widersprüchlichkeiten wie die, dass neulich festgestellt wird, dass viele Senioren über 65 nicht mehr fahrtüchtig sind, andererseits wir demnächst aber bald alle bis 70 arbeiten sollen… Hä? -  Da kommt Frust auf und manchmal auch Zorn auf „die da oben“ -  Und die Zustimmung zu der Einsicht des Monatsspruches wächst: Scheinbar ist alles erlaubt, aber bei Weitem ist nicht alles nützlich und sinnvoll!  - Dabei ist das ja sogar schon als Grundgedanke in unser Grundgesetz eingeflossen: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Rechte und Freiheiten des Anderen beeinträchtigt werden.  - Klarer Fall, gerade auch für uns Christen: Hat nicht Jesus selbst als oberstes Gebot das „Doppelgebot der Liebe“ formuliert: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Und damit sei alles gesagt, was zu Gesetzen und Geboten zu sagen sei, sagt er.—also man muss die 10 Gebote nicht nur kennen, man muss sie auch und vor allem verstehen. Und wenn man sie versteht dann entdeckt man diese unerhörte Freiheit, die darin zum Ausdruck kommt. Von wegen, die 10 Gebote schränken ein und verbieten nur! Beispiel: In der pattdeutschen Übersetzung des Elterngebotes heißt es: Din Vadder blifft din Vadder und din Modder din Modder, din lewelang. Se brukt din Leew. Denk doran, dat du ok mal old warrst.—...sie brauchen deine Liebe, denk daran, dass du auch mal alt wirst.  - Schau her, da geht es gar nicht um „Gehorsam“, sondern um die Ermöglichung eines würdevollen Lebens für die alten Eltern.— Da machen die Konfirmanden immer große Augen, wenn sie erkennen und verstehen, dass die 10 Gebote eben nicht die Lebensfreude beschneiden sondern in Wahrheit Leben bewahren und erst recht ermöglichen. Und allein daran ist unser Tun und Lassen zu bewerten, ob es in diesem Sinne das Leben der Anderen nicht einengt oder gar beschädigt sondern vielmehr fördert und ermöglicht. Wenn unser Tun wirklich dem Leben dient, dann ist alles erlaubt, aber eben nur dann!
Es grüßt Sie alle freundlich, Ihr    V. Germann
Ihr Volker Germann
unterschrift_volker_germann